Der „Kinderhausverein Afrika e.V.“ stellt sich vor

Staatliche Realschule Viechtach

Fit fürs Leben

Vortrag an der Realschule
Gespannt lauschten die Schülerinnen und Schüler der Realschule Viechtach den Ausführungen, die Jutta Kuschmider und Christine Vornehm vom Kinderhausverein Afrika e. V. präsentierten. Sie sind wesentliche Sponsoren zweier Projekten im afrikanischen Staat Simbabwe, einem Land im Süden Afrikas, in dem 1,7 Millionen Waisenkinder leben und das eine Arbeitslosenquote von 90 % aufweist.
„Stell dir vor, du wachst am Morgen auf und spürst als Erstes, dass du Hunger hast. Deine letzte Mahlzeit liegt einen Tag zurück und es ist nicht sicher, ob du heute etwas bekommen wirst...“, so beginnt der Vortrag bei den Fünft-und Sechstklässlern. Und sie werden mitgenommen in den typischen Tagesablauf eines Kindes in Epworth, einem Slum in der Nähe der Stadt Harare. Der Kinderhausverein unterstützt hier 22 blinde Mütter mit ihren ca. 80 Kindern. Sie liefern alle zwei Wochen Lebensmittelpakete und haben ein Haus angemietet, in dem sich die Kinder treffen können, zusammen lernen und gemeinsam essen. „Ray of Vision“ nennt sich diese Initiative, die von der Einheimischen Alice Chicomo ins Leben gerufen wurde.
Des Weiteren unterstützt der Verein eine Suppenküche in Kambuzuma, die von einem Team ehrenamtlicher Simbabwer geleitet wird. Sie bieten damit Waisenkindern eine Anlaufstelle, in der sie aufgenommen werden. Es mangelt den Kindern nicht nur an Nahrung, auch Schulgelder oder eine Schuluniform sind unerschwinglich. Deshalb erfahren sie hier auch finanzielle Unterstützung bis hin zu einer Ausbildung als Näherin oder als Gärtner, damit sie einmal selbst ihren Lebensunterhalt verdienen können.
Mit ihren Bildern und ihren mündlichen Berichten verschaffen die Referentinnen ihren Zuhörern sehr eindrucksvoll einen Einblick in das Leben der Menschen vor Ort und viele derer, die sie bei ihren Besuchen dort kennen gelernt haben, werden vorgestellt: So zum Beispiel Wimbai, der glücklich ist, ein Gebiss bei einem Zahnarzt angepasst zu bekommen oder Raphael, der Älteste einer Geschwisterfamilie, der sich mit seiner größeren Schwester liebevoll um seine jüngeren Geschwister kümmert. Die jungen Männer Taurai und Tinashe hatten das Glück, für ihr Studium Unterstützung zu bekommen und man sieht ihnen an, wie stolz sie auf ihre Abschlüsse sind, die sie trotz widriger Lebensumstände gemeistert haben.
Für unsere Kinder ist es unvorstellbar, dass sich die Kinder und Jugendlichen dort zu Weihnachten riesig über eine Zahnbürste freuen oder über Decken, die ihnen den kalten Winter erträglicher machen.
Am selben Tag, so erfahren die Schüler, werden auch die Waisenkinder in Harare informiert darüber, dass über sie an der Realschule berichtet wird. Frau Kuschmider betont, es sei nicht nur das Geld, für das die Kinder dankbar sind: „Es hat für die Waisenkinder eine enorme Bedeutung, dass es am anderen Ende der Welt Menschen gibt, die an ihnen interessiert sind und daran, dass ihr Leben weitergeht.“
Die Realschule Viechtach hat mit einer Spendensumme von 1500 Euro einen Betrag beigesteuert, der dem Kinderhausverein zum Beispiel das Betreiben der Suppenküche über drei volle Monate ermöglicht. Ca. 100 Kinder können damit über diesen Zeitraum mit Essen versorgt werden. Christine Vornehm und Jutta Kuschmider bedanken sich bei den Schülerinnen und Schülern für diese großzügige Unterstützung.

(Bericht: D. Schlicht; Foto: R. Hartl)

02 Kinderhaus
von links: Christine Vornehm, Jutta Kuschmider, Julian Schneider, Tabea Anzenberger, Oliver Wirth