Staatliche Realschule Viechtach

Fit fürs Leben

Der 40-jährige Musik- und Mathelehrer aus Regensburg tritt am 1. August die Nachfolge von Karl Hartling an der Realschule an

1977 war das Jahr, in dem Karl Hartling, Konrektor der Realschule Viechtach, sein Referendariat begonnen hat. Was er damals noch nicht wusste: Es ist auch das Jahr, in dem sein Nachfolger geboren wurde. Alexander Götzfried wird zum 1. August die Aufgaben des Konrektors übernehmen. Das gab Schulleiter Stefan Spindler gestern bei einem Pressegespräch bekannt.

Götzfried, der ursprünglich aus Regensburg stammt, ist aktuell noch in der Realschule Taufkirchen an der Vils tätig. Dort gehörte der 40-Jährige bereits zur erweiterten Schulleitung. Der Wechsel nach Viechtach ist für ihn gleich in zweierlei Hinsicht Grund zur Freude. Zum einen habe er bereits vorgehabt, in den Bayerischen Wald zu ziehen – seine Frau komme aus dem Chamerauer Ortsteil Lederdorn. Zum anderen ist die Viechtacher Realschule die einzige in Ostbayern, die einen Musikzweig hat. Als Mathe- und Musiklehrer passe das perfekt zu ihm.

Die Jazzmusik hat es Alexander Götzfried besonders angetan. Als Trompeter spielt er in zwei Bigbands in Landshut. Er improvisiere aber auch gerne und diese Leidenschaft würde er gerne an seine Schüler in Viechtach weitergeben. „Durch das Improvisieren bekommt man einen ganz anderen Zugang zum Instrument“, ist er überzeugt.

Doch erst einmal will Alexander Götzfried im August in Viechtach ankommen und sich mit den Strukturen an der Schule vertraut machen. Direktor Stefan Spindler verriet ihm schon einmal seine wichtigsten Aufgabenfelder als künftiger Konrektor. Demnach werde sich Götzfried vor allem um die Personalführung und die Vertretungspläne kümmern. Scherzhaft merkte Karl Hartling an: „Als Konrektor muss man eigentlich alles machen, was die anderen nicht machen wollen.“ Wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt, behielt er für sich.

2001 kam Karl Hartling an die Realschule Viechtach, unterrichtet seitdem Geschichte und Englisch. Zehn Jahre später übernahm er schließlich die Aufgaben des ersten Konrektors. „In der Zeit hat sich die Schule ziemlich verändert“, sagt Hartling, der zum Ende des Schuljahres mit 65 Jahren in den Ruhestand geht. Vor allem technisch habe sich viel getan. Ihm selbst sei als junger Lehrer einmal ein 60-Millimeter-Rollfilm abgebrannt, weil er ihn zu lange laufen gelassen hatte. Im Zeitalter des Internets und der DVD ist es viel einfacher, seinen Schülern einen Filmausschnitt zu zeigen. Durch die Digitalisierung hätten sich viele Unterrichtsformen verändert.

Das Unterrichten werde er zwar vermissen, nach 41 Jahren freut sich Karl Hartling aber auch auf seinen Ruhestand. „Ich werde mich zum einen auf meinen Garten stürzen und dann viel reisen“, erzählt er. Nordeuropa lockt ihn, angefangen von den baltischen Staaten bis hin zu den britischen Inseln. Außerdem möchte er wieder mehr Tai-Chi machen – die chinesische Kampfkunst habe er sogar einmal unterrichtet.

(Bericht: pnp vom 06.06.2018)